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Checkliste

Woran erkennen Sie
einen guten Anbieter?

Ein Haus zu bauen ist für die meisten die größte Entscheidung ihres Lebens — und die teuerste. Neben der Vorfreude auf das eigene Zuhause steht oft eine leise Sorge: Übersehe ich etwas? Stelle ich überhaupt die richtigen Fragen? Dieses Gefühl kenne ich von vielen Bauherren. Genau dafür ist diese Liste — sie macht Sie nicht über Nacht zum Fachmann, aber sie sorgt dafür, dass Sie vorbereitet ins Gespräch gehen und verstehen, worauf es ankommt. Sechs Fragen, die ich in 11 Jahren auf der Baustelle als die wichtigsten erlebt habe.

„Wie ist der Zahlungsplan — und wie bin ich abgesichert, wenn während des Baus etwas schiefgeht?"

Sinnvoll ist eine Zahlung nach Baufortschritt statt einer hohen Vorauszahlung, dazu eine Absicherung für den Fall einer Insolvenz — eine Bürgschaft oder Baufertigstellungsversicherung, die im Vertrag steht. Gut zu wissen: Hundertprozentige Sicherheit über die Größe einer Firma gibt es nicht, auch etablierte Anbieter kann es treffen — deshalb sichert man sich vertraglich ab, nicht über den Namen. Achten Sie außerdem auf einen schriftlichen Festpreis und einen Werkvertrag statt eines Kaufvertrags. Bei einem solchen Verbraucherbauvertrag steht Ihnen per Gesetz eine Fertigstellungssicherheit von 5 % der Bausumme und ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu — das müssen Sie nicht aushandeln, das ist Ihr Recht.

„Was ist im Standard drin — und was kommt obendrauf?"

Eine gute Leistungsbeschreibung listet jeden Posten auf: beide Bäder, Bodenbeläge, Steckdosen, Energiestandard, die Planung. Gut zu wissen: Der Hauspreis gilt meist ab Oberkante Bodenplatte — Erdarbeiten, Bodenplatte oder Keller und die Anschlüsse bis ans Haus kommen dazu. Fragen Sie gezielt nach dem Keller — manche Anbieter fertigen ihn selbst und haben ihn mit im Preis, bei anderen kommt er obendrauf. Ein guter Anbieter rechnet Ihnen das früh vor, schon damit Ihre Finanzierung sauber steht. Fragen Sie konkret nach, was bei diesem Anbieter „Standard" heißt und was Aufpreis kostet — dann gibt es bei der Bemusterung keine Überraschungen.

„Ist hinter der Wand eine tragende Holzwerkstoffplatte — und welche?"

An einer durchgehenden, tragenden Holzwerkstoffplatte hängen Sie später Schränke und Regale ganz normal auf, ohne Spezialdübel — und sie zeigt, dass am Aufbau nicht gespart wurde. Gut zu wissen: Steckt dahinter nur Gipskarton ohne tragende Platte, hält dort nicht viel. Das ist die einfachste Frage, die man stellen kann, und verrät trotzdem eine Menge. Fragen Sie ruhig auch nach den verbauten Materialien, anerkannten Gütesiegeln und dem Produktionsstandort.

„Wurde an der Substanz gespart — und woran sehe ich das?"

Drei Dinge verraten mir auf einer Baustelle in zwei Minuten, ob solide gebaut wurde — und Sie können genau danach fragen. Erstens der Dachstuhl: Kräftige Sparren sagen mehr als jeder Prospekt. Wo gespart wird, sieht man fast schon dünne Latten; bei einem ordentlichen Haus sind das kräftige Balken, oft um die zwanzig Zentimeter hoch und nicht zu weit auseinander. Das ist nicht nur eine Frage der Stabilität — in hohe Sparren passt mehr Dämmung, und das zahlt sich jeden Winter auf Ihrer Heizkostenrechnung aus. Zweitens der Dachüberstand: Steht das Dach schön weit über, bleibt die Fassade trocken und sauber. Ist er zu knapp, sehen Sie nach ein paar Jahren Wasserränder und Schmutz an der Wand. Großzügig heißt für mich gut einen halben bis dreiviertel Meter, nicht knapp abgeschnitten. Drittens die Lüftung: Ein modernes Haus ist dicht gebaut, das muss es auch sein — aber ohne kontrollierte Wohnraumlüftung holt sich so ein dichtes Haus mit der Zeit Feuchtigkeit und Schimmel, weil ein Haushalt jeden Tag literweise Wasser in die Luft abgibt und Sie das berufstätig nicht weglüften können. Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung gehört bei einem Energiesparhaus dazu, nicht gegen Aufpreis obendrauf. Gut zu wissen: Ein Holzhaus arbeitet, der eine oder andere feine Riss gehört dazu und ist kein Mangel. Wer aber sauber arbeitet, hält das in Grenzen.

„Wie wird auf Wohngesundheit geachtet — und kann ich das nachweisen lassen?"

Ein gut gebautes Haus ist heute wohngesund, weil schadstoffarme, geprüfte Materialien verbaut werden — bei jedem Haus gleich. Anerkannte Zertifikate belegen das. Gut zu wissen: Eine unabhängige Schadstoff-Messung können Sie auf Wunsch zusätzlich beauftragen, dann haben Sie es schwarz auf weiß. Das Zertifikat ist dabei der Nachweis, nicht die Ursache — gesund gebaut ist das Haus ohnehin.

„Wie verlässlich sind Termine — und wie eingespielt arbeiten die Teams?"

Ein fest terminiertes Fertigstellungsdatum im Vertrag und realistische Lieferzeiten geben Planungssicherheit. Eingespielte Teams, die routiniert zusammenarbeiten, merkt man auf der Baustelle. Gut zu wissen: Ob eigene Leute oder Subunternehmer ist nicht entscheidend — gute Handwerker gibt es auf beiden Seiten; es kommt darauf an, dass eingespielt statt improvisiert gearbeitet wird. Und Größe heißt nicht „besseres Haus", sondern eher: Die Firma ist in 20 Jahren wahrscheinlich noch für Ihre Gewährleistung da. Der Preis dafür ist oft etwas weniger Flexibilität und mehr Standard.

„Was passiert nach dem Einzug, wenn etwas ist — wie erreiche ich Sie?"

Ein Haus ist mit dem Einzug nicht fertig — die ersten Jahre zeigen, ob ein Anbieter zu seinem Wort steht. Fragen Sie, wie der Kundendienst nach der Übergabe organisiert ist und ob Sie einen festen Ansprechpartner haben. Ein guter Anbieter bleibt erreichbar, auch wenn der Vertrag längst unterschrieben ist.

„Wie sichere ich mich selbst ab, bevor ich unterschreibe?"

Die sieben Fragen davor stellen Sie dem Anbieter. Diese eine beantworten Sie selbst — und sie ist vielleicht die wichtigste. Bevor Sie unterschreiben, lassen Sie Vertrag und Leistungsbeschreibung von einer unabhängigen Stelle prüfen: die Verbraucherzentrale oder der Bauherren-Schutzbund machen das für rund 90 bis 300 Euro. Wer mag, lässt den Bau zusätzlich von einem unabhängigen Sachverständigen begleiten. Gut zu wissen: Das ist kein Misstrauen, sondern normal — ein guter Anbieter hat damit kein Problem. Ich habe für die Anbieter in meinem Netzwerk genau das geprüft, worauf auch ein Gutachter schaut. Trotzdem dürfen Sie gegenchecken — gerade weil ich nichts zu verbergen habe.

Das ist eine Menge, an das man denken sollte. Wenn Sie mit jemandem reden wollen, der diese Fragen kennt und für die Anbieter in seinem Netzwerk schon beantwortet hat — dafür bin ich da.