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Haustypen

Das Mehrgenerationenhaus

Das Mehrgenerationenhaus ist eigentlich kein eigener Haustyp, sondern eine Idee: mehrere Generationen unter einem Dach, aber jeder mit seinem eigenen Zuhause. Großeltern, Eltern, Kinder — nah beieinander, ohne sich auf der Pelle zu sitzen. Meist sind es zwei abgeschlossene Wohneinheiten, oft ein Haupthaus mit einer kleineren Einliegerwohnung. Die Großeltern sind da, wenn die Enkel aus der Schule kommen, und die Kinder sind da, wenn die Eltern älter werden — und trotzdem hat jeder seine eigene Tür.

Für wen es gemacht ist

Für Familien, die bewusst zusammenrücken wollen — kurze Wege bei der Kinderbetreuung, Nähe, wenn irgendwann Pflege ein Thema wird. Für alle, die eine Einheit selbst bewohnen und die andere vermieten möchten; die Mieteinnahme hilft, das Ganze zu finanzieren. Und für die klassische Konstellation, die immer häufiger wird: Die Eltern übergeben das große Haus an die Kinder und ziehen selbst in die kleinere, ebenerdige Einheit — im eigenen Zuhause alt werden, ohne allein zu sein.

Wirtschaftlich ist es klug: Zwei Wohnungen unter einem Dach sind deutlich günstiger als zwei getrennte Häuser — ein Grundstück, eine Bauhülle, eine Erschließung. Und weil viele Förderungen pro Wohneinheit gerechnet werden, kann sich der Förderrahmen bei zwei sauberen Einheiten sogar verdoppeln. Das ist bares Geld und einer der besten Gründe, es von Anfang an als zwei echte Einheiten zu planen.

Was ein gutes Mehrgenerationenhaus ausmacht

Der ganze Erfolg eines Mehrgenerationenhauses entscheidet sich an einer Frage: Wie gut sind die Einheiten getrennt? Nähe ist schön — aber nur, wenn jeder sich auch zurückziehen kann. Und genau da werden die entscheidenden Dinge oft unterschätzt, weil sie beim Einzug harmlos wirken und erst im Alltag zum Thema werden.

Das Wichtigste ist der Schallschutz zwischen den Wohnungen. Der gesetzliche Mindestwert bedeutet nicht „man hört nichts" — er bedeutet nur „gerade noch zumutbar". Wenn Sie dauerhaft über oder neben den Eltern oder Kindern wohnen, lassen Sie sich erhöhten Schallschutz und eine ordentliche Trittschalldämmung in den Vertrag schreiben. Das ist der Unterschied, ob man die Schritte von oben hört oder nicht — und im fertigen Haus lässt es sich nicht mehr ändern.

Genauso wichtig, und oft vergessen: getrennte Zähler für Strom, Wasser und Wärme, von Anfang an. Spätestens wenn eine Einheit vermietet wird, brauchen Sie eine saubere Abrechnung — und Zähler nachträglich zu trennen ist teuer und manchmal gar nicht mehr möglich. Ebenso gehört zu einer echten, eigenständigen Wohnung ein eigener Eingang, eine eigene Küche, ein eigenes Bad. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch die Voraussetzung dafür, dass die Einheit steuerlich und rechtlich als eigene Wohnung gilt.

Und der eine Punkt, der über alles andere geht: Die Einheit für die ältere Generation gehört ins Erdgeschoss, ebenerdig und barrierefrei — nicht nach oben. Treppen sind im Alter der Feind, und ein Treppenlift ist eine Notlösung, kein Ersatz für gute Planung. Wer von Anfang an daran denkt, breite Türen, schwellenlose Übergänge, eine bodengleiche Dusche, der baut ein Haus, in dem die Großeltern wirklich bis zuletzt selbstständig wohnen können. Das ist der eigentliche Sinn des Ganzen.

Ein letzter Rat aus Erfahrung: Planen Sie den Grundriss so, dass er mitwachsen kann. Lebenssituationen ändern sich — Kinder ziehen aus, jemand wird pflegebedürftig, irgendwann wird vielleicht verkauft. Ein Haus, dessen Einheiten sich später zusammenlegen, trennen oder einzeln vermieten lassen, bleibt ein Leben lang flexibel. Das schafft man nicht im Nachhinein, sondern nur am Anfang, am Reißbrett.

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